• Verträge mit Angehörigen

Zur steuerlichen Anerkennung von Verträgen mit Angehörigen ist es zwingend erforderlich, dass die Verträge einem so genannten Drittvergleich standhalten, d.h. wie unter Fremden Dritten üblich sind. Durch die Nutzung von Standardverträgen des Bürofachhandels oder der Grundstücksverbände und durch die Vereinbarung üblicher Bedingungen kann hier einem Drittvergleich standgehalten werden. Das gleiche gilt auch für die Zahlungsgepflogenheiten. Die Miet- und Umlagenzahlungen sollten demgemäß monatlich, spätestens bis zum 3. des Folgemonats unbar, per Überweisung oder Dauerauftrag erfolgen. Insbesondere bei der Vermietung an Kinder ist zur steuerlichen Anerkennung des Mietverhältnisses von Bedeutung, ob das Kind überhaupt aufgrund eigener Einkünfte in der Lage ist die Mietaufwendungen zu verkraften. Dies muss im Zweifel durch eine Einnahmen- / Ausgabenrechnung des Kindes belegt werden. In der Regel liegen die Aufwendungen für eine Mietwohnung bei ca. 30% – 50% der Einkünfte eines Mieters.

  • Verbilligte Überlassung von Mietwohnungen!

Der Vorteil einer steuerlich anerkannten verbilligten Vermietung einer Mietwohnung, liegt darin, dass die Werbungskosten in voller Höhe abzugsfähig sind und der Begünstigte (Eltern, Kind, sonstige Verwandte, Freund(in) etc.) nicht die normale ortsüblich Miete zu zahlen braucht. Eine verbilligte Vermietung an Angehörige ist nur mit voller steuerlicher Wirkung möglich, wenn das vereinbarte Entgelt (§ 21 Abs. 2 Einkommensteuergesetz / EStG) nicht niedriger als 75% der ortsüblichen Miete gem. dem amtlichen Mietspiegel ist.  Ab 1. 1.2012 wurde dieser Wert auf 66% abgesenkt. Liegt die verbilligte Miete unter 66% der Vergleichsmiete, sind die Werbungskosten nur anteilmäßig abzugsfähig. Diese sind in einen entgeltlichen Vermietungsanteil und einen unentgeltlichen und damit steuerlich nicht abzugsfähigen Überlassungsanteil aufzuteilen. Beträgt die Miete beispielsweise 55% der ortsüblichen Miete, so können die Werbungskosten nur anteilig mit 55% berücksichtigt werden. Beträgt die Miete jedoch 70% der ortsüblichen Miete, damit mehr 65%, so können 100% der Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden und es kommt zu einer echten Steuerersparnis. (Neuregelung gem. § 21 Abs. 2 EStG ab 2012).