Schuldzinsen können als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden, wenn das Gebäude veräußert wird, der Veräußerungserlös aber nicht ausreicht, um die bei der Anschaffung aufgenommenen Darlehen zu tilgen (BFH, Urteil vom 20.6.2012, Az. IX R 67/10, Abruf-Nr. 122762). Dies gilt laut FG Niedersachsen auch dann, wenn die Veräußerung nach Ablauf des zehnjährigen Spekulationszeitraums erfolgte (FG Niedersachsen, Urteil vom 30.8.2013, Az. 11 K 31/13; Abruf-Nr. 133634; Revision beim BFH: Az. IX R 45/13). Das FG widerspricht damit der Auffassung der Finanzverwaltung. Diese geht wegen des Verkaufs außerhalb der Spekulationsfrist von einer nicht steuerbaren Veräußerung aus. Konsequenz: kein Werbungskostenabzug (BMF, Schreiben vom 28.3.2013, Az. IV C 1 – S 2211/11/10001:001; Abruf-Nr. 131114).