Die Berater und Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) haben die Studie “Betriebsprüfung 2018” vorgestellt, in der sie die aktuellen Prüfungsschwerpunkte der Betriebsprüfung gesammelt haben. Für die Studie wurden Steuer- und Finanzexperten aus mittelständischen und größeren Unternehmen aus ganz Deutschland befragt.

Diese Themen wurden als besonders wichtig identifiziert:

  • Die Prüfung von Bewirtungskosten und Aufwendungen für Geschenke ist ein Dauerthema. Bei über 67% der befragten Unternehmen kam es zu steuerlichen Mehrbelastungen, wenn Bewirtungsaufwendungen und Geschenke genauer angeschaut wurden – achten Sie also immer auf die Aufzeichnungspflichten und auf ordnungsgemäße Bewirtungsbelege!
  • Die Bewertung von Anlage- oder Umlaufvermögen führt der Studie zufolge ebenfalls häufig zu Anpassungen – eine freundliche Umschreibung für “Nachzahlungen”. Am meisten beanstandet wurden die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und planmäßige Abschreibungen von Sachanlagen. Dass in 81% der Fälle ausgerechnet die planmäßige Abschreibung fehlerhaft war, überrascht – gibt es doch Abschreibungstabellen, anhand derer der Abschreibungssatz ermittelt werden kann. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit wären hier sicher viele Fehler vermeidbar gewesen (allerdings muss es ja nicht an der Abschreibungsdauer gelegen haben – oft wird darüber gestritten, welche Aufwendungen überhaupt zu der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gehören).
  • Rückstellungen werden ebenfalls gerne geprüft. Besonders bei Aufwandsrückstellungen, Garantierückstellungen und Rückstellungen für Prozessrisiken wurden Fehler gefunden.
  • Die Prüfung von Verrechnungspreisen, insbesondere von Dienstleistungsverrechnungen und Umlagen, steht vor allem in Westdeutschland im Fokus. Hier kann das Finanzamt besonders viele Nachzahlungen generieren.

Im Kommen: Umsatzsteuer

Immer mehr geprüft wird die Umsatzsteuer und dabei besonders der Vorsteuerabzug. 72% der Befragten bestätigten, dass es bei ihnen eine oder mehrere Betriebsprüfungen mit Umsatzsteuerbezug gegeben habe.

Ein weiteres wichtiges Studienergebnis in diesem Zusammenhang: Die Prüfung der Umsatzsteuer erfolgt inzwischen immer häufiger systemisch, also digital. Nur bei 21% der befragten Unternehmen wurden noch Belege geprüft. Die Digitalisierung hält also auch bei der Betriebsprüfung der Umsatzsteuer zunehmend Einzug, stellt die Studie fest: Die deutsche Finanzverwaltung forciert die Digitalisierung der Umsatzsteuer und entsprechende systemische Prüfungshandlungen.

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass hier noch einiges auf uns zukommen könnte. Dort wurden in den letzten Jahren bereits Anforderungen etabliert, die eine zeitnahe und schnelle Prüfung ermöglichen sollen und zumindest international tätige Unternehmen heute schon beschäftigen – beispielsweise Real Time Reporting, Standardformate für Buchhaltungsdaten (SAF-T), verpflichtende elektronische Rechnungsstellungen und Meldung dieser innerhalb von wenigen Tagen.

Quelle: steuertipps.de